Migräne ist eine neurologische Erkrankung, bei der das Nervensystem auf Hochbetrieb arbeitet. Es werden mehrere Theorien zur Ursache diskutiert, zB. Reize werden früher und schneller gefiltert. Auren entstehen durch elektrische Übererregung der Nerven. Wenn die Reizverarbeitung zu schnell geht, steht ein Zusammenbruch der Energieversorgung der Nerven bevor. Die Nervenfunktionen können somit nicht mehr gesteuert werden. Dadurch werden schmerzauslösende Botenstoffe freigesetzt und es kommt zu einem Migräneanfall.
Der Anfall manifestiert sich in einem quälenden, stechenden, bohrenden, unerträglich heftigen Schmerz, der den Betroffenen entweder plötzlich überkommt oder sich manchmal auch ankündigt: links- oder rechtsseitig, die Seiten wechselnd, am Hinterkopf oder am gesamten Kopf auftretend. Er kann sich auch auf der Stirn, zwischen den Augen, auf den Schläfen oder hinter dem Auge festsetzen und bis in den Kiefer reichen.
Migräne wird begleitet von Übelkeit und/oder Erbrechen, sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Der Betroffene verträgt keine Gerüche und ist froh, in einem dunklen Zimmer zu liegen, wo es ruhig ist.
Die häufigsten Migräneformen sind Migräne mit und Migräne ohne Aura. Die Migräne mit Aura geht mit Zickzacklinien, Lichterscheinungen, Seh- und Sprachstörungen, der vergeblichen Suche nach Worten und Konzentrationsschwierigkeiten einher und dauert 15 bis maximal 60 Minuten.
Manche Menschen haben 1x pro Jahr Migräne, andere ein paar Mal im Monat. Und dann gibt es Menschen, die täglich unter Migräne leiden. Migräne ist nach wie vor eine unterdiagnostizierte und deshalb oft untertherapierte Krankheit.
10-15% der Erwachsenen sowie 3-10% der Kinder sind von Migräne betroffen. Die Erkrankung erreicht ihre Spitze zwischen dem 25. und dem 55. Lebensjahr. Interessant ist der Vergleich mit anderen schweren neurologischen Erkrankungen: an Morbus Parkinson leiden etwa 0,5% und an Multipler Sklerose etwa 0,1% der Menschen.
Die Krankheit Migräne zieht sich oft durch ganze Generationen einer Familie. Zu Ursache und Entstehung von Migräne wurde und wird viel geforscht.
Da es sich bei Migräne auch um eine Reizverarbeitungsstörung handelt, kommt individuell sehr unterschiedlichen Auslösern und Reizen wie zum Beispiel körperlichen Belastungen, Stress, Trauer, Licht, Lärm oder Gerüchen, Hormonschwankungen, Wetterveränderungen sowie einem veränderten Tagesablauf besondere Bedeutung zu.
Die Literatur zum Thema „Migräne“ ist nahezu unabsehbar.
Kompetent informiert werden Sie:
GÖBEL, Hartmut: Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne. Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe, Springer Verlag, Berlin-Heidelberg 2016.
LAMPL, Christian: Österreichische Schmerzgesellschaft. Patienteninformation. Online im Internet. URL: https://www.oesg.at/patienteninformationen/migraene/ Stand 2020
WÖBER, Christian: Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie. Zeitschrift für Erkrankungen des Nervensystems. Online im Internet: URL: https://www.kup.at/kup/pdf/14599.pdf Stand 2020
Meine Arbeit mit Mentaltraining ersetzt in keiner Weise einen Arztbesuch, eine Psycho- oder Physiotherapie. Bitte klären Sie mögliche gesundheitliche Beschwerden im Vorfeld mit Ihrem Arzt ab.